Weltcup Lenzerheide

Weltcup – da ist vieles anders als an anderen Rennen. Hier mein Erlebnis dazu:

Aussergewöhnlich ist, dass am selben Wochenende gleichzeitig ein Downhill-Rennen und ein Cross-Country-Rennen am selben Ort stattfinden.

Eindrücklich, die Downhill-Freaks, und ziemlich verrückt! Ich habe mich nach ihrem Rennen auf einen Teil dieser Strecke gewagt. Die Sprünge werde ich wohl nie in meinem Leben fahren, aber auch die so genannten Rock-Garden’s sind für mich nur teilweise fahrbar.

Der Start

 

Auch sonst ist vieles anders:

Die Startnummernausgabe ist an anderen Rennen bis kurz vor dem Start offen, am Weltcup ist die letzte Startnummernausgabe am Tag davor von 9-10 Uhr; das Startgeld hat sich in den letzten drei Jahren aus unerklärlichen Gründen von CHF 50.- auf CHF 86.- erhöht… Die Streckenbesichtigung ist vor dem Renntag genau vorgeschrieben: zuerst kommen die Damen mit einem Zeitfenster zum Zuge; dann sind alle zugelassen und am Schluss dürfen die Männer für sich die Strecke unter die Lupe nehmen.

im SRF inkl persönlicher Erwähnung 🙂

Gehen wir zum Renntag, da gibt es nur die U23 und Elite Rennen je der Damen und Herren. Und darum habe ich die Gelegenheit mit der Elite zu starten. Vom Niveau her eher etwas hoch, aber es lohnt sich jedes Mal wieder. Auch neu war für mich, dass ich mit dem Schweizer Kreuz auf der Brust startete. Der Grund dafür liegt darin, dass man erst an einem Weltcup starten kann, wenn man genug UCI-Punkte hat. Ist dies nicht der Fall, kann man sich bei der Nationalmannschaft bewerben. Wenn man da nominiert wird, muss man in deren Shirt fahren.

Und dann kam der geniale Teil – das Rennen!! Dieses Jahr startete ich mit der Nummer 119 von 119. Durch den Regen kurz vor dem Start war die Strecke rutschig und matschig – die Wurzelpassagen eine Herausforderung! Da hiess es unter anderem anstehen wenn es in die engen Passagen ging. Ich nahm dies gelassen und erklärte dieses Rennen zu Beginn zu einem meiner lockersten – die Atmosphäre an sich war für mich das Haupterlebnis. Ab der zweiten Runde änderte sich dies jedoch und ich konnte meine Grenzen ausloten. Das Rennen verlief für mich sehr gut. Eindrücklich ist welchen Einfluss die Umgebung hat. Angeblich 20‘000 Zuschauer waren an der Strecke und feuerten die Fahrer an. Ich kann bestätigen, dass es sicher einige mehr waren als im ersten Jahr. Wenn nicht mit dem Namen wurde ich oft auch mit einem „Hopp Schwiiz“ angefeuert. Das war dann eben die Reaktion auf das Schweizerkreuz auf dem Rücken! Nach vier Runden machte ich der Spitze mit und Nino, Jaroslav Platz……  So konnte ich den Rest des Rennens vom Streckenrand mitverfolgen.

Bei den Fans waren die ganz Kleinen ganz grosse Klasse: Ein ca 4jähriger Junge sprach mich mit englischer Sprache an. Er bedankte sich ganz einfach – und wir haben uns beide sehr gefreut!

einer der jungen Fans

Und nun steht nächstes Wochenende die Schweizermeisterschaft auf dem Programm. Meine eigenen Erwartungen sind hoch. Es ist jedoch schwierig abzuschätzen, wie weit es nach vorne reicht. Einige Fahrer kenne ich nicht, gegen andere bin ich schon lange nicht mehr gefahren und bei Gewissen weiss ich, dass ich schneller sein muss. Das Rennen startet bei null und jeder hat seine Chancen. Bis dann

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+