Wahnsinniges Erlebnis

Tja heute hatten wir ein Versprechen einzulösen. Ich hätte gestern wohl besser nicht schreiben sollen, dass wir die Profis attackieren wollen. Vor dem Start der 65 km und 3000 hm hatte ich wieder etwas Probleme mit dem Magen. Vom Start in Leukerbad ging es etwa 300 hm hoch und dann auf einer rasanten Abfahrt hinunter ins Rhonetal. Wir mussten die Profis aber bereits in diesem Aufstieg ziehen lassen, das Tempo war extrem hoch. Dies spürten auch Karl Platt und Christoph Sauser, der wegen seines gestrigen Sturzes nicht voll fahren konnte. So gingen wir mit den Teams von Bulls und Specialized in die Abfahrt. Oli sagte oben zu mir, „da geben wir Vollgas, damit wir auf die hinteren Teams etwas Zeit gut machen können“. Gesagt, getan und ich hatte einen riesen Spass vor Christoph Sauser die Abfahrt hinunter zu brettern. In der Fläche war dann Jaroslav Kulhavy, Weltmeister und Olympiasieger, der Mann der die Führungsarbeit leistete. Wir waren nicht böse und folgten ihm. Im Aufstieg zur ersten Verpflegung konnten wir mit den beiden Teams mitfahren. Oben musste ich dann etwas Tempo raus nehmen. So fuhren wir auf dem gewohnten 10. Rang wieder mal alleine. Zwei Gegenanstiege zur Moosalp und dann im Braus runter nach Kalpetran. Da hiess es dann 1000 hm auf einem steilen Singletrail ins Ziel hinauf zu quälen. Ich wusste, dass mir solche Sachen liegen, aber die Kräfte waren dann doch langsam am Ende. Schön früh im Aufstieg sahen wir den Mann im roten Specialized-Shirt wieder vor uns. Nun war der Kopf bereit zu leiden und die Beine liefen wie neu. Wir flogen dem Ziel entgegen und der angeschlagene Sauser konnte uns bald nicht mehr folgen. Für uns beide ein riesiges Erlebnis, wer hätte das gestern gedacht. Im Ziel waren wir auf Rang 9, fast sieben Minuten vor dem Top-Team. Morgen freuen wir uns auf eine coole, aber nicht einfache Runde in Grächen und dann ist das Ziel in Zermatt schon in Reichweite.

Oli meine Lokomotive

Oli meine Lokomotive

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