Unglaubliche Emotionen

Wir starteten am Wochenende zum Gigathlon Switzerland. Unser Team bestand aus Manuela Jenny und mir. Am Gigathlon geht es darum in fünf Disziplinen Schwimmen, Inline, Bike, Rennvelo und Laufen auf einer vorgegebenen Strecke so schnell wie möglich zu absolvieren. In diesem Jahr hiess es zwischen Tenero, Erstfeld und Glarus 396 km und 8848 hm zu bewältigen. Den Event kann man als Team of Five im Stafetten-Modus absolvieren, als Singleathlet alles alleine oder wie wir das Ganze auf Zwei aufteilen. Ohne grosse Ambitionen und mit dem Ziel der Top10 starteten wir zu diesem unvergesslichen und emotionalen Abenteuer.

Die Ruhe vor der Sturm in der Wechselzone in Airolo

Die Ruhe vor der Sturm in der Wechselzone in Airolo

Der Wetterbericht kündigte ein regnerisches Wochenende an. Wegen der starken Gewitter in der Nacht wurde die erste Schwimmstrecke mit einer Laufstrecke ersetzt. Da Schwimmen unsere schwächste Disziplin ist, waren wir nicht unglücklich darüber. Manuela absolvierte Ihre Laufstrecke zügig und ich begab mich auf die 42 km Inline. Ich versuchte ich meine Reserven zu schonen; fand schon bald einen guten Anschluss an eine Gruppe und kam auch da nicht schlecht durch. Auf der Bikestrecke von Biasca nach Airolo fragte mich dann ein Singel-Athlet ob ich wüsste welchen Rang ich hätte- darüber hatte ich mir gar keine Gedanken gemacht und konnte es Ihm nicht sagen. Ich überholte immer wieder den einen und anderen Biker unserer Kategorie und dachte mir dabei 12ter, 5ter oder schon auf Podestkurs? Kurz vor der Wechselzone reparierte ein Athlet einen Plattfuss. Nach dem ich Ihn passiert hatte kam ein offizielles Motorrad zu mir und sagte mir ich wäre der Leader und er würde mich nun begleiten. Auf dem Rennvelo fuhr ich nun also mit dem Motorradfahrer Richtung Nufenenpass. Ich fühlte mich langsam etwas müde, konnte den Puls aber konstant halten. Auf dem Pass waren drei Grad, Nebel und Nieselregen – richtig unangenehm. Der Motorradfahrer informierte mich, dass der Zweitplazierte 1min 40sec Rückstand hätte. Unten im Wallis waren es bereits sieben Minuten. Ich durfte nun noch über den Furka nach Göschenen fahren. Hinten war niemand zu sehen und ich fühlte mich wieder besser. So übergab ich mit gutem Vorsprung an Manuela für die abschliessende Laufstrecke. Mit der besten Zeit auf dem Bike, dem Rennvelo und der viertschnellsten Laufzeit von Manuela ergab dies einen Vorsprung von über 27 Minuten nach Tag eins.

Ziel erreicht

Ziel erreicht

Für den Sonntag planten wir, dass Manuela die wegen Kälte verkürtzte Schwimmstrecke und die Inlinestrecke absolvieren wird und ich dann mit dem zweiten Team erholt auf die Rennvelostrecke gehen kann. Es ging perfekt auf und ich durftemit  dem schnellsten Inliner des Gigathlons auf dem Rennvelo Richtung Klausenpass losfahren. Die 6 flachen ersten Kilometer absolvierten wir gemeinsam. Im Aufstieg fuhr ich mein Tempo und stellte fest, dass er mir nicht folgen konnte. So flog ich über den Pass und hinunter ins Glarnerland. Ganz unten hiess es umkehren und wieder zurück über den Klausenpass. Beim Entgegenkommen der Konkurrenz errechnete ich mir einen Vorsprung von über 10 Minuten. Trotz Gegenwind versuchte ich den Druck auf den Pedalen hoch zu halten, doch das kostete mich einiges an Energie. Mit 24 Minuten Vorsprung ging ich auf die Bikestrecke. Die steilen Rampen gaben mir den Rest. Ich fühlte mich immer schlechter und hatte den Eindruck stehen zu bleiben. So war ich froh in die Abfahrt zu kommen ohne die Konkurrenz hinter mir gesehen zu haben. In der Wechselzone erfuhr ich, dass noch einmal über 10 Minuten dazu gekommen waren. Manuela konnte diesen Vorsprung bis ins Ziel auf 43 min 27 sec ausbauen. In 20 Stunden 27 Minuten und 10 Sekunden war die Überraschung geschafft.

Siegerehrung

Siegerehrung

So viele Emotionen an einem Wochenende gemeinsam mit meiner Freundin zu erleben war einfach genial. Auch all die Reaktionen haben mich überrascht und sehr erfreut. Das zeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Möglich ist dies aber nur dank der grossen Unterstützung, begonnen bei unserer Betreuerin Erna Furger, Trainer Fabian Neunstöcklin, Sponsoren von Bikesurselva und Pivot und vielen mehr. Ganz herzlichen Dank für die perfekte Zusammenarbeit.

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