Mein längstes Bikerennen

Endlich wieder einmal ein Marathon und dieses Mal einen Legendären. Von diesem Rennen habe ich bereits viel gehört, von Fahrern, die es vor 15-20 Jahren gefahren sind bis zu aktiven Athleten. Mit viel Respekt und grosser Vorfreude startete ich in Verbier. Das Rennen zählt zu der Marathon World Series und war mit der kompletten Weltspitze der Langdistanzfahrer vertreten. Wir alle gingen morgens um 6:30 auf die 125 km und 5000 hm lange Strecke.

Den ersten Aufstieg konnte ich bis 2/3 mitfahren, dann lies ich die anderen Ziehen, der Respekt vor dem kommenden war zu hoch. Leider meldete sich mein Magen schon nach da negativ. Ich versuchte mich auf anderes zu konzentrieren obwohl mich der Magen das ganze Rennen belästigte. Die Strecke lud immer wieder zu dieser Ablenkung ein. Die erste Hälfte führte durch idyllische Dörfchen und die Aussicht auf die 4000er war gigantisch. Auch die Trails bereiteten mir viel Spass.

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Seit 25 Jahren gibt es den Grand Raid bereits

Gewarnt wurde ich vor allem von der zweiten Hälfte, zuerst 1000 hm und dann ein Hammer Trail. Die grösste Herausforderung war dort die Athleten die die kürzere Distanz fuhren zu überholen. Viele machten schnell Platz, aber es waren unglaublich viele. Ja in der kommenden Zeit war man nie mehr alleine, kam aber meistens wirklich gut durch. Eine schnelle Abfahrt führte uns Fahrer dann an den Aufstieg zum Pas de Lona. 1500 hm mit einer kurzen Zwischenabfahrt. Zuerst Teer- und Kiesstrassen oben einen Singletrail der dann in der 400 hm langen Laufpassage endete. Das war sicher der härteste Teil des Rennens, unglaublich war aber wie viele Leute einen dort anfeuerten, es hatte sogar Zeltlager von Fans. Das kommt schon fast der Stimmung der Patrouille des Glaciers gleich. Dann kamen noch einmal 200 hm und die lange und ruppige Abfahrt ins Ziel. Ganz oben noch einen Plattfuss eingefangen, geflickt und flog dann mit einem kleinen Zwischenfall dem Ziel entgegen. Als Zwischenfall bezeichne ich den Ausrutscher beim Absteigen meines Bikes, dabei auf einem Stein ausrutschte und mit dem Kinn auf einem Stein aufknallte. Nichts anmerkend fuhr ich weiter, jetzt ist auch alles neben einigen Kratzern wieder gut. 7 Stunden und 27 Minuten dauerte für mich das längste Bikerennen das ich je gefahren bin.

Zusammenfassend war der Grand Raid ein riesiges Erlebnis. Lukas Buchli sagte mir im Ziel, nun bist auch du ein richtiger Biker. Ich konnte ohne Einbruch und Zwischenfällen gut durchziehen. Abgesehen von den Magenproblemen war das Rennen perfekt und mit dem Rang 37 unter all den Profis muss ich zufrieden sein. Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich beim Team bedanken, Ihr Job mit dem Betreuen erledigen sie gigantisch. Damit freue ich mich nächstes Wochenende ins Engadin an den Nationalparkmarathon zu reisen.

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